Was mir nach einem Touring-Wagen und einem Monster Truck ja noch fehlte, war ein Buggy. Dieses Manko habe ich mit dem Durga von Tamiya ausgeglichen. Hier ein wirklich kurzer Baubericht.
Kurz wird der deshalb, weil auf der Webseite von Offroad-Cult ein sehr ausführlicher Bericht über den Durga zu finden ist.
Es gibt auch generell zum Bau des Durgas nicht viel zu sagen. Die Anleitung ist "Tamiya-like" gut zu verstehen, die Teile passen zusammen und der Baukasteninhalt ist vollständig. Einzig die Schrauben sind ein Theater. Das wurde aber auch ausführlich in obigem Testbericht behandelt. Ich kann da Aaron Banovics nur zustimmmen: Unbedingt vor dem Bau anständige Schrauben kaufen! Es gäbe von Tamiya ein Titan-Schrauben-Set. Kann man kaufen, normale Schrauben aus dem nächsten Baumarkt tun's aber auch. Und kosten v.a. nicht so viel.
Kniffliger Schritt beim Zusammenbau ist Punkt 3 in der Anleitung. Da werden die Kugeldifferentiale zum Leben erweckt. In der Anleitung steht, man solle die Imbusschraube nicht zu fest anziehen. Nun, zu locker sollte sie aber auch nicht sein. Wie fest oder locker kann ich aber leider nicht genau erklären. Da hilft nur ausprobieren. Ein bißchen Kraft sollte man beim Zuschrauben schon verwenden. Hier muß einfach probiert werden. Es empfiehlt sich aber, dies zu tun, bevor man die Abdeckungen auf's Chassis schraubt. Die nämlich wieder alle runter zu nehmen ist eine Mordsarbeit. V.a. mit den schon erwähnten, miesen Baukasten-Schrauben.
Anschließend ging's problemlos weiter bis zum Motoreinbau. Hier ist wieder etwas Probieren angesagt. Und zwar geht's um den Abstand zwischen Motorritzel und Stirnradgetriebe. Nicht zu weit weg, nicht zu nah dran. Tipp aus dem Forum von Offroad-Cult: Richtig ist's dann, wenn das Laufgeräusch am leistesten ist und man das Hauptzahnrad noch hin- und herwackeln lassen kann, ohne dass sich der Ritzel bewegt.
Und dann hat's mich wahnsinnig genervt! Und zwar die Schritte 13 bis 16. Hier werden die hinteren und vorderen Lenker eingebaut. Eine Aufgabe, die eigentlich drei bis vier Hände erfordern würde. Mit nur zwei davon kann's lästig werden. Ich weiß nicht, wie es anderen ging, aber mir fielen ständig die Teile auseinander. Leider kann ich schon wieder keinen Tipp geben, wie's am Besten geht. Ich hab so lange herumgeschustert, bis es dann mal gepaßt hat.
Das war's dann aber auch schon. Keine weiteren Probleme mehr bis zum Schluß.
Wie geschrieben, ein kurzer Bericht. Aber es gibt wirklich nicht viel zu sagen.
Der erste Testlauf in der Wohnung verlief ausnahmsweise mal ohne Schäden. Ja, wirklich! Ich konnte es auch kaum glauben. Kugeldifferentiale waren zu locker festgeschraubt und der Ritzel zu weit weg vom Motor. Ansonsten ließen die ersten paar Meter schon auf gutes Fahrverhalten schließen.
Man wird ja mit der Zeit größenwahnsinnig und darum habe ich vor dem ersten Testlauf im Freien noch schnell einen Motor mit 13 Turns eingebaut. Auch wenn der Baukastenmotor (Mabuchi RS540SH) schon vielversprechend gewirkt hat.
Gut, ab in den Park und Gas gegeben. Ich schwör, mich hätt's vor Begeisterung fast von der Parkbank geschmissen! Nicht nur, dass die Höchstgeschwindigkeit für ein Elektro RC Auto in fast Baukastenausführung schwer beeindruckend war. Nein, der Durga ließ sich auch trotz des anderen Motors extrem gut steuern. Spur perfekt, Lenkung reagiert sofort (bei der Geschwindigkeit Gold wert). Die Beschleunigung ließ etwas zu wünschen übrig. Deshalb wurden gleich Motor und Regler überprüft. Und die waren - wie erwartet - glühend heiß. Da muß wohl ein anderes Ritzel her. Soll das Problem aber nicht sein.
Nun, nach einer Viertelstunde braven Herumrasens war der Spuk auch schon wieder zu Ende. Mitten im Park stand plötzlich ein Baum. Der nahm mir für einen Sekundenbruchteil die Sicht auf den Durga. Und in dem wirklich kurzen Zeitraum zerschellte dieser an einem Metallpfosten. Ergebnis: Gebrochener Stoßdämpfer und Schwingenhalter vorne, verlorene (aber später wiedergefundene) Antriebswelle.
Auch wenn ich nach so einer kurzen Ausfahrt noch nicht wirklich urteilen kann, hat mich doch das Fahrverhalten des Durgas schwer beeindruckt. Er liegt super auf der Strecke, fährt auch mit Höchstgeschwindigkeit brav seine Kurven und reagiert einwandfrei auf Befehle des Fahrers. Leicht zu bemängeln ist nur die Bereifung. Für Asphalt ist die nicht geeignet. Rutscht gewaltig. Und bei so hohen Geschwindigkeiten kann das problematisch werden.
Die Verarbeitungsqualität des Bausatzes ist top! Hier gibt's wirklich nichts zu meckern. Sämtliche Kunstoffteile machen einen sehr stabilen Eindruck. Mal abgesehen von den Stoßdämpfern ;). Einzig die Schrauben sind ein großer Kritikpunkt. Die tun sich mit dem harten Kunstoff schwer und sind schnell verwürgt.
Im Großen und Ganzen in dieser Preisklasse ein wirklich ausgezeichnetes Produkt. Klare Kaufempfehlung ;)
Mehr zu berichten gibt's dann hoffentlich, sobald die Ersatzteile angekommen sind und ich wieder fahren darf.
 Der Baukasteninhalt |  Chassis und Motorhalterung |
 Die fertigen Differentiale |  Differentialabdeckung hinten |
 Eingebautes Diff hinten |  Selbiges mit Abdeckung |
 Beide Diffs eingebaut |  Der (Standard-)Motor ist auch schon drin |
 Lenker vorne |  Fertiges Hinterteil |
 Fertiges Vorderteil |  Fertiges Chassis |
 Unfallschaden Eins (gebrochener Stoßdämpfer) |  Unfallschaden Zwei (gebrochener Schwingenhalter) |
 Beklebte und lackierte Karosserie |  Schwarz glänzend und matter Klarlack. Sieht aus wie Karbon ;) |
[Vollständiger Text]